Leserbrief: Todesurteil für einen Baum

“Us Ellen” ist schon lange tot die Erinnerung an sie nicht. Ihr Haus, die rote Villa, muss einem anderen Projekt weichen. Die riesige Blutbuche, mit 150 Jahren eigentlich schon ein Denkmal, auch. Sie soll gefällt werden, wird entsorgt. Einfach so. Wo bleiben die Stimmen der Hildener Bürger, die dagegen sind? Wo zeigen sich die Menschen, die sich so gern im Schatten von “us Ellen” aufhielten? Sie müssten ja eigentlich auf die Barrikaden gehen, weil das kleine Restchen Denkmal, eben dieser Baum, dem Erdboden gleichgemacht werden soll. Es wird so viel geredet von Umwelt, Umweltverschmutzung, Feinstaub. Von Kindern, denen wir doch eine einwandfreie Welt hinterlassen möchten. Alles Heuchelei!!!! Denn wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt!!!! Ein Baum erzeugt täglich für 35 Menschen den Sauerstoff und dieser Riesenbaum ganz bestimmt auch. Womit hat er dieses Todesurteil verdient???? Auf dem Gelände an der Düsseldorfer Straße wird wohl nun bald ein “angemessenes Objekt” seinen Platz finden. Und ein Architekt wird zu seinem Entwurf herangezogen worden sein. Sicher ein in jeder Hinsicht lohnendes Vorhaben, aber ein absolutes Armutszeugnis für den, der dieses Bauvorhaben entworfen und für den, der diesem Bauvorhaben zugestimmt hat! Mit etwas Intelligenz und Einfallsreichtum würde es sicher leicht gewesen sein, diesen Baum in alles mit einzubeziehen. Vielleicht würde auch so mancher der Hildener Bürger, der an dieser Ecke der Düsseldorfer Straße vorbei geht, unbewusst empfinden, dass hier ja einmal “us Ellen” gelebt hat. Ehre ihrem Andenken! Mein Freund, der Baum, ist tot!……… Birgit Nefferdorf Hilden den 15.09.2005

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.