Hildener Wochenpost (27.09.2005) – Runter vom Abstellgleis?

Die Rats-Fraktionen beraten am Mittwoch über die grundsätzliche Bereitschaft, Räumlichkeiten in einem sanierten Bahnhof anzumieten. Die Idee stammt von Christof Gemeiner, der ein neues Nutzungskonzept entwickelt hat. Hilden (ak). Er muss den Anblick des Bahnhofs jeden Tag ertragen, denn er hat direkt nebenan sein Büro – in dem sanierten Gebäude des Güterbahnhofs. Nach all den vergeblichen Versuchen, aus den Überresten des Empfangsportals für Zu(g)gereiste wieder eine »gute Stube« zu machen, hat der Architekt Christof Gemeiner nun neue Vorschläge erarbeitet. Das Konzept wird bei der Ratssitzung am Mittwoch, 28. September, ab 17 Uhr im Bürgerhaus vorgestellt. Bereits im Frühjahr hatte der 38-Jährige die Idee, dass die Ratsfraktionen in die Räumlichkeiten des Bahnhofs umziehen könnten. Auch für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wäre Platz. »Nach den Gesprächen mit der Verwaltung habe ich mir gedacht: da geht noch mehr«, erklärt Gemeiner im WOCHENPOST-Gespräch. Seit wenigen Wochen liegt ein Entwurf im Rathaus vor. Nach seinen Vorstellungen ist eine öffentliche Nutzung unbedingt notwendig, um die historische Bedeutung des denkmalgeschützten Bauwerks zu erhalten. »Wir brauchen drumherum eine vielfältige Mischung der Komponenten Arbeit, Wohnen, Gewerbe, Kultur und Freizeit«, erklärt der Architekt. Eine Steigerung der Aufenthaltsqualität könne erzielt werden, wenn das Areal an der Nordseite an die Ellerstraße angebunden werde: »Dies ist Voraussetzung für die Verbannung des Schwerlastverkehrs«, sagt Gemeiner, »Wichtige Bausteine sind auch die beiden städtischen Grundstücke neben dem Bahnhof. Die Entwicklung der Unterstadt macht nur Sinn, wenn hier Neubauten entstehen, die von der Stadt vernünftig vermarktet werden.« Ein Turmhaus als »neuer Stadteingang« und ein Wohnhochhaus auf der gegenüber liegenden Seite des Vorplatzes könnten als Ärztehaus, Büro- oder Business-Center genutzt werden. Aus dem Vorplatz könnte durch einen Biergarten oder andere Gestaltungsmöglichkeiten ein lebendiger Treffpunkt werden, so weitere Überlegungen. Auch das Bahnhofsgebäude selbst sollte als »öffentliches Forum« und »Ort der Begegnung« konzipiert werden. Neben den möglichen Büros für die Ratsparteien und das DRK könnte auch die Sparkasse einen »Servicepoint« einrichten. Als weiterer Beitrag für eine »fahrradfreundliche Stadt« (mehr dazu auch im Innenteil) soll im Untergeschoss für eine Fahrradstation eingerichtet werden. »Fraglich ist noch, ob sich im Bahnhof die gewünschte Gastronomie realisieren lässt«, meint Gemeiner. Vielleicht doch, wenn das Gebäude wieder atttraktiver werden sollte. Als Alternative kann sich Gemeiner auch Büroräume oder einen Bahnhofskiosk vorstellen. Der Fußgängertunnel soll mit einem Lichtkonzept und einem Bodenbelag wie ein »roter Teppich« zum Durchgehen einladen. Stellt sich nun die entscheidende Frage: Wer einigt sich mit den Eigentümern? »Die Verhandlungen laufen«, erklärt dazu Gemeiner.

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