NRZ vom 18.11.2005: Der Bahnhof ist ein Fünferkandidat

BÜRGERBAROMETER / Miese Noten für den Zustand. Aber das Konzept des Hildener Architekten verspricht Hoffnung. Für den Zustand des Bahnhofs verteilen die Hildener beim Bürgerbarometer die Note 4,8. Stimmt die Politik zu, könnte das Konzept bis 2007 umgesetzt werden. HILDEN. Das Urteil hätte nicht deutlicher ausfallen können: Die Hildener sehen den alten Bahnhof als Schandfleck an. Fast neun von zehn befragten Bürgern gaben dem Zustand des Bahnhofs die schlechteste Note. Ein deutliches Votum, dass sich endlich etwas tun muss. Angesichts des brachliegenden Gebäudes, das langsam vor sich hinrottet, und des jahrelangen Gezerres zwischen Investoren und der oft uneinheitlichen Meinung im Stadtrat über die künftige Gestaltung, ist das Urteil der Hildener keine Überraschung. Vielmehr überrascht aber die Meinung der Bürger, wie das Projekt Bahnhof wieder aufs Modernisierungs-Gleis geschoben werden soll: Mehr als die Hälfte der befragten Hildener sprach sich sogar dafür aus, dass die Stadt trotz leerer Kassen Geld in die Hand nehmen soll, um das Gelände zu kaufen und die Weichen auf Besserung zu stellen. Die Politik scheint dem Druck der Bevölkerung zu folgen, zumindest teilweise: Die Stadt kauft den Bahnhof zwar nicht, will sich aber über die Fraktionen als Ankermieter finanziell an den aktuellen Plänen beteiligen. Am 14. Dezember soll das Paket dann im Rat endgültig geschnürt werden. Derzeit feilt der Architekt Christof Gemeiner noch an einem prüffähigen Entwurf. Er ist überzeugt, dass “erstmals ein tragfähiges Konzept” zur Entscheidung steht. Das komplett unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird von innen ordentlich umgestaltet. 360 Kubikmeter Schutt, das entspricht 51 Container-Ladungen, fallen an, hat Gemeiner errechnet. Um das Haus barrierefrei zu gestalten, wird ein Aufzug eingebaut. “Von außen wollen wir den Bahnhof in seinen ursprünglichen Zustand versetzen. Als Vorlage dienen historische Bilder.” Die gleiche Farbe wie 1874 soll das Gebäude aber nicht erhalten: Da war der Bahnhof grün angestrichen. Der Hildener Architekt setzt auf eine helle, differenzierte Farbgestaltung. Und auch nachts soll der Bahnhof alles andere als ein Angstraum sei: Derzeit entstehe ein Lichtkonzept, wie das Gebäude angestrahlt werden soll, sagt Gemeiner und macht Hoffnung, dass sich der Bahnhof sogar noch zum Blickfang entwickelt. 18.11.2005 INGO BLAZEJEWSKI

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