Leserbrief: Offenlegung Bebauungsplan 236, vom 16.01. bis 30.01.2006

Dagmar Erdmann 40721 Hilden, 30.01.2006 Willi Lesch Augustastraße 22 Tel: 0172 2910985 Mail: Lesch.Willi@web.de Offener Brief an die Stadtverwaltung Hilden Planungsamt Am Rathaus Offenlegung Bebauungsplan 236, vom 16.01. bis 30.01.2006 Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem dieses Verfahren augenscheinlich zum Spielball der politischen Kräfte wurde und immer noch, ohne überzeugende und nachvollziehbare Sachargumente, von einer Einstellung bedroht ist, möchten wir deshalb mit Daten und Fakten für eine Bebauung des Hintergeländes argumentieren. Grünfläche und Abstände der Gebäude zueinander Wir verfügen im Hintergelände der 5 privaten Grundstücke über eine ca. 60m tiefe und ca. 64m breite Grünfläche. Dies sind ca. 3800qm. Das zu bebauende öffentliche Grundstück hinter dem Alten Helmholtz ist ca. 2700qm groß. Die Gesamtfläche beträgt somit ca. 6500qm. Derzeit sind auf dem öffentlichen Grundstück ca.1900qm Fläche versiegelt. Bezogen auf die Gesamtfläche von 6500qm sind heute ca. 29% versiegelt Entsprechend des vorliegenden Planungsentwurfs würden für unsere Baumaßnahme insgesamt nur ca. 1250qm bebaut, bzw. versiegelt werden. Dies entspricht einer Versiegelung von nur ca. 19% Wir entsiegeln somit die Gesamtfläche um ca. 650qm oder um 10% Somit verbleiben von den ca. 6500qm Gesamtfläche, ca. 5250qm oder 81% als Grünfläche. Der Abstand der geplanten Häuser auf dem privaten Hintergelände zu den alten Häusern an der Augustastraße beträgt ca. 32m, zu den geplanten Gebäuden auf dem öffentlichen Grundstück ca. 25m. Dies sind sozialverträgliche Abstände, die ihresgleichen suchen. In den Eingaben während der ersten Offenlegung wird von massivster Bebauung, extremster Versiegelung und Zubetonierung gesprochen. Dies ist anhand der vorstehenden Daten einfach nicht nachvollziehbar. Es sind tendenziöse und ideologisch gefärbte Einlassungen, die absolut nicht der Wahrheit entsprechen. Im Gegenteil,wo in Hilden findet man bei den aktuellen und in Planung befindlichen Projekten eine derart aufgelockerte Bebauung mitten im Grünen? Wo wurde oder wird durch eine Baumassnahme eine vorhandene Versiegelung reduziert? Baumbestand Immer wieder wird von unserem hochwertigen, erhaltenswerten, alten Baumbestand gesprochen. Ohne Überprüfung des Sachverhalts werden diese Falschmeldungen von den Gegnern der Bebauung weiterverbreitet, da es augenscheinlich gut ins eigene Anti- Konzept passt. Es ist erstaunlich, dass diese Unwahrheiten permanent von Menschen wiederholt werden, die sich selbst als oberste Naturschützer ernannt haben, aber noch nie unsere Grundstücke betraten. Wo bleibt die Objektivität und die Fairness? Bei den meisten unserer Bäume handelt es sich um uralte, teilweise halb oder ganz abgestorbene Bäume. Sechs dieser Bäume trieben in diesem Sommer keine oder nur wenige Blätter. Die Obstbäume tragen kaum noch Früchte. Die meisten Nadelgehölze sind nur noch im oberen Drittel begrünt. Zwei davon sind durch Windbelastung so in Schieflage geraten, dass sie gefällt werden müssten. Bei einigen Bäumen sind größere faule Löcher sichtbar. Wenn diese Baumarten so extrem schützenswert sein sollten, wieso wurde keine davon in die Wiederanpflanzungsliste der Stadtverwaltung aufgenommen? Warum müssen solche Bäume unter allen Umständen erhalten werden? Zum Nachweiß unserer Angaben laden wir alle Interessierten zu einer gemeinsamen Ortsbesichtigung unserer Grundstücke ein. Wir haben uns bereits während der ersten Offenlegung schriftlich verpflichtet, nach Abschluss der Bauarbeiten, unter Anleitung des Grünflächenamts, eine optimale Wiederanpflanzung durchzuführen und auch die verbleibende, nicht als Bauland ausgewiesene Fläche mit einzubeziehen. Dadurch könnte auch der Bedarf an öffentlicher Ausgleichsfläche verringert werden. Wohnraumbedarf, Wohnraumqualität Wir planen u.a. Wohnraum für Menschen ab 50 plus, denen, nach dem Auszug ihrer Kinder, das Haus zu groß geworden ist und/oder die zukünftig auf einer Ebene wohnen möchten. Wir planen überwiegend barrierefreie, altersgerechte Wohnungen mit Aufzug, ohne Schwellen von der Tiefgarage bis in die Dusche oder zur Terrasse. Die Ausstattung soll sich im gehobenen Bereich bewegen. Aufgrund der Altersentwicklung besteht für dieses Segment ein hoher bis steigender Bedarf. Parkplatzproblematik Bewohner der Gerresheimer Straße beklagten die Parkplatznot. Im Gegensatz zu uns, wir planen pro Wohnung 1,5 Stellplätze, sind etliche dieser Anwohner auf öffentlichen Parkraum angewiesen, der sich auch noch direkt vor ihrer Haustür befinden sollte. Erscheint dieses z. Zt. vorhandene Privileg gefährdet, wird gegen den möglichen Veränderungsgrund protestiert. Dürfen wir deshalb kein Baurecht erhalten? Verkehrssicherheit, Verkehrs- und Lärmbelästigung 14000 Kfz werden laut Planungsamt pro Tag auf der Gerresheimer Straße gezählt. Nach dem jetzigen Stand der Planung kämen ca. 25 Anwohner mit ihren Fahrzeugen hinzu. Ist dies eine unzumutbare Belastung mit einem extrem erhöhten Gefahrenpotenzial? Die vorgetragenen Daten und Fakten machen deutlich, dass die Natur nicht blindwütig zerstört und auch nicht brutal zubetoniert werden soll. Im Gegenteil, der Planungsentwurf beinhaltet ein ansprechendes und ausgewogenes Miteinander von Wohnbebauung und Grünfläche, wie es in Hilden bei anderen Neubauprojekten nicht annähernd vorhanden ist. Deshalb stimmen wir dem Planungsentwurf zu. Mit freundlichen Grüßen

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