NRZ vom 09.02.2006: Mehr Druck, aber kein Geld

SONDERSITZUNG / Die Mehrheit des Rates will keinen Euro aus der Stadtkasse für den Ankauf des Bahnhofs opfern. Jetzt sollen weitere Ordnungsverfügungen die Besitzer zum Handeln zwingen. HILDEN. Eigentum verpflichtet. Darin waren sich die Fraktionen bei der Sondersitzung zum Bahnhofes einig. Da die derzeitigen Besitzer des verfallenden Gebäudes ihrer Pflicht zur Erhaltung des Denkmals nicht nachkommen, soll die Stadt den öffentlichen Druck jetzt durch Ordnungsverfügungen erhöhen und dabei alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen. Ein möglicher Ankauf durch die Stadt ist seit gestern vom Tisch. Denn außer Bürgeraktion und Grünen ist keine Fraktion bereit, Geld aus der Stadtkasse für den Bahnhof zu opfern. “Die Schuld am Verfall tragen allein die Gesellschafter. Für uns haben Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren oder die Offene Ganztagsgrundschule höhere Priorität”, sagte SPD-Fraktionschefin Birgit Alkenings. Damit zeichnet sich ab, dass die bisherigen Konzepte wohl getrost in der Itter versenkt werden können. Denn die Eigentümergesellschaft Sieger-Otto-Freigeber hatte bereits schriftlich mitgeteilt, kein Geld in eine Sanierung stecken zu wollen. In dem jüngsten Brief an die Stadt spricht Werner Sieger von einem “Hin und Her”, einem “Katz und Maus-Spiel” zwischen Rat und Verwaltung, die den “Schwarzen Peter” jetzt den Besitzern zuschieben, ohne sich für oder gegen ein Projekt zu entscheiden. Dem Gutachter den Zutritt verwehrt Um rechtssicher gegen die Besitzer vorgehen zu können, soll das Amt für Denkmalpflege den Bahnhof erneut unter die Lupe nehmen. Doch den Zutritt gestatten die Eigentümer laut Baudezernent Max Rech nur potentiellen Investoren. Schon die Begehung des Gutachters ließe sich nur per Verfügung durchsetzen. Die Frist dafür laufe am 22. Februar ab. Falls die Sanierung für die Besitzer wirtschaftlich unzumutbar sei, könnten diese das Denkmal an die Stadt übertragen. Dann wäre die Stadt zwar Eigentümer, hätte aber auch die Kosten am Bein. Bis dieses Szenario eintreten könnte, sieht Klaus-Dieter Bartel (Grüne) erst mal “zwei bis drei Jahre” ins Land ziehen. Bis dahin droht der Bahnhof weiter zu verfallen. 08.02.2006 INGO BLAZEJEWSKI

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