WZ vom 22.02.06: “Trägerverein sollte Bahnhof kaufen”

Vortrag zum Thema Denkmalschutz Von Daniel Theus Hilden. Als der Bahnhof gebaut wurde, lag er noch am Stadtrand. Das war auch gut so, denn die Züge fuhren noch mit Funken sprühender Kohle und die Häuser waren aus Holz. Diese Zeiten sind lange vorbei. Hilden ist gewachsen, und der Bahnhof rückte mehr und mehr ins Stadtzentrum. Seine besten Tage hat das Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert sichtlich hinter sich gelassen, ein Abbruch kommt für viele Hildener dennoch nicht in Frage. Schließlich ist der Bahnhof ein Zeugnis der lokalen Geschichte. Die seit Jahren hitzig geführte Diskussion um den Altbau stößt bei vielen deswegen auf Unverständnis – auch beim Museums und Heimatverein. Der hatte Montagabend zu einem Vortrag zum Denkmal Bahnhof eingeladen. Als Redner war Professor im Ruhestand Roland Günter gekommen, der sich viele Jahre mit dem Thema Denkmalschutz befasst. Auch beim Referenten stieß die Diskussion um den Abriss auf Unverständnis. »Wer gibt wem das Recht, eine wichtige Sache auszulöschen”, fragte Günter. Er verglich den Abriss eines solch geschichtsträchtigen Gebäudes sogar mit Faschismus und empfahl den Kauf des Gebäudes durch einen Trägerverein. Unter der Obhut der Stadt könnten dann lokale Handwerksbetriebe und Arbeitslose die Reparaturen übernehmen. “Von den bisherigen Vorstellungen muss man aber Abschied nehmen”, sagte er und plädierte für eine langsame und behutsame Vorgehensweise. Eine komplette Renovierung sei zu teuer und auch nicht nötig.

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