CO-Pipeline: Büssow fordert Initiativen auf, Hilfe zu leisten

– weitere Baupannen dokumentieren und melden! Bei unserem ersten Treffen mit Regierungspräsident Büssow am Montag, den 3.09.2007 saßen uns viele wichtige Leute gegenüber. Allerdings nicht um uns zu antworten, sondern um uns zu den meisten Fragen zum Sicherheitsstandard dieser Pipeline unter Berufung auf das anhängige Gerichtsverfahren nichts zu sagen. Aber gerade diese Sicherheitsfragen, die im Verfahren behandelt werden, sind es , auf die die betroffenen Bürger Antworten erwarten. Die miserablen Baustellenzustände entlang der Giftgas-Pipeline waren ein weiteres Gesprächsthema. Büssow sondern auch seine versammelten Mitarbeiter mussten sich harsche Sachen anhören: Vom Blindgänger-Fund im Duisburger Süden, von dem Büssow keine Kenntnis hatte über fehlende Baustellenkennzeichnung und mangelhafte Baustellensicherung wurde nichts ausgelassen. Das führte dann letztlich zu der Aufforderung der Bezirksregierung an die Initiativen, alle Verstöße zu dokumentieren und zu berichten, damit dies dann von der Bezirksregierung geahndet werden kann. Dass das Geogrid nicht in der planfestgestellten Breite von 80 Zentimetern sondern nur 60 Zentimetern breit ist, wundert da schon nicht mehr. Das als zusätzliches Sicherheitselement angepriesene hochreißfeste Textilband – “Dieses Gewebe ist extrem reißfest und verhindert bei Fremdeinwirkung eine Beschädigung der Leitung. [ Seite 305 Planfeststellungsbeschluss PLFB]” scheint nach der Genehmigung seine Bedeutung verloren zu haben. Das hochgelobte Leckageerkennungssystem verfügt anscheinend nicht über eine entsprechend eindeutige “Bauartenzulassung” jedenfalls konnte diese für diese CO – Pipeline nicht von den Verantwortlichen bestätigt werden. Fast unerträglich ist die Diskussion um das Sicherheitskonzept, das es erstens nicht gibt und nicht geben muss. Stattdessen soll dieses Konzept nur als Alarm- und Gefahrenabwehrplan existieren und der wiederum um zwei Formen. Davon kann der eine, interne Plan für Bayer nicht veröffentlicht werden, weil davon Bayer Betriebsgeheimnisse betroffen sind. Der andere soll nichtöffentlich bleiben, weil er gerade mit den Feuerwehren besprochen wird. Das ist für keine offene Information und Kommunikation in diesen wichtigen Sicherheitsbelangen. Die Korrosion mit CO-Austritt in der SKW-Leitung in Trostberg, Bayern im Jahr 2002, die zur Stillegung der Leitung führte, war der Genehmigungsbehörde nach der eigenen Aussage bis vor zwei Wochen nicht bekannt. Wenn die Bezirksregierung vor der Genehmigung ähnlich intensiv recherchiert hätte, wie die Initiative, dann wären die Beteiligten nicht mit so wenig Erfahrung in diesen Planungs- und Entscheidungs-prozess gestolpert. Noch im Mai wurde verkündet, “dass Eisencarbonylbildung (Rost) nicht erwartet wird.” – trotz des Gutachtens von Prof. Gerd Falkenhain.

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