CO-Pipeline vernichtet Arbeitsplätze

Leserbrief von Dr. Walther Enßlin Die Industriegewerkschaft Bergbau und Chemie gräbt sich mit ihrer Abhängigkeit von der Firma Bayer ihr eigenes Grab. Schon vor 30 Jahren demonstrierte sie für Atomkernkraftwerke, wobei ich mich verwundert fragte, warum Bergleute für eine Energieform demonstrieren, die ihre Arbeitsplätze im Bergbau überflüssig macht. Auch jetzt werden wieder von den Gewerkschaftsführern unüberlegt pauschale Begriffe wie Wahrung des Industriestandortes benutzt, um für die CO-Pipeline von Bayer zu werben. Tatsache ist, dass mit der Inbetriebnahme der CO-Giftgas-Pipeline in Bayer-Uerdingen die alte Kohlevergasung für die CO-Erzeugung geschlossen wird, d.h. die dortigen Arbeitsplätze verloren gehen. Dafür wollen die Firmen Linde und Praxair ihre – vor dem Landtagsbeschluss zur Bayer-Pipeline!!! – geplanten und ausgebauten Überkapazität an CO von Dormagen nach Bayer-Uerdingen schicken. Arbeitsplätze blieben teilweise erhalten, wenn statt der CO-Pipeline für 50.000.000 € eine 70.000.000 € teure, moderne Reformeranlage von der Firma Bayer oder Linde oder Praxair in Uerdingen gebaut würde. Das dafür notwendige Gelände ist in Bayer Uerdingen – dank vieler Stilllegungen – im ausreichenden Maße vorhanden, ebenso sind die Rohstoffe Methan und Kohlenstoffdioxid für die Erzeugung von CO vor Ort verfügbar. Es ist für mich unverständlich, warum dieser Weg der Vermeidung einer überflüssigen Gefährdung von den Verantwortlichen bei Bayer nicht beschritten wird, sondern die Grundstücke und Häuser unzähliger Privatpersonen durch den Bau der Giftgasleitung entwertet werden. Ein erfolgreicher Industriestandort ist nicht nur durch Innovation und Weiterentwicklung der Industrie, sondern auch durch die Akzeptanz in der Bevölkerung bestimmt. Diese Akzeptanz setzt Bayer auf Spiel.

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