Neues von Bayer zur CO-Fernleitung

Desinformation statt Bürgerinformation Leserbrief von Dr.Walther Enßlin Bayer verharmlost in ihrer neuesten “Bürger-Information” Kohlenmonoxid (CO) mit den geschickten Formulierungen CO ist “kein ungefährliches Gas”, mit dem wir in geringen Konzentrationen täglich leben. Auch diese niedrigen Konzentrationen – wie früher im Ruhrgebiet, aber auch jetzt noch in den Armengürteln der Welt – sind schädlich und verursachen Herz- und Kreislaufschäden. Tatsächlich ist es ein besonders heimtückisches Giftgas, das bei Bränden schon in etwa 20-fach höherer Konzentration die rasche Todesursache ist. Die “60 Jahre Erfahrung” von Bayer mit CO erstrecken sich nicht auf eine Pipeline. Bayer betreibt nur wenige Jahre eine kurze CO-Leitung. Hingegen wird die 50 jährige Erfahrung mit einer CO-Leitung in Bayern glatt verschwiegen, denn diese musste 2002 werden Korrosion und Leckage erneuert werden. Das Sicherheitskonzept der Leitung kann nicht überzeugen: 1. Die Erdbebensicherheit des Rohres ist nicht gewährleistet. 2. Das unterirdische Geo-Grid als auch das Rohr selbst werden beim Einschlagen einer Spundwand glatt durchstoßen. Eine Warnung durch das Netz findet in diesem Fall nicht statt. 3. Nur bei Vollbruch erfolgt ein Alarm in Minuten. Schleichende Lecks werden erst frühestens nach 6 Stunden erkannt. In dieser Zeit kann sich schon eine Todeszone von maximal 100m *3 m *1000m ausgebildet haben. 4. Mit dem untauglichen Mittel der Temperaturmessung versucht die Firma Bayer den Eindruck einer umfassenden Sicherung zu erwecken. 5. Als Schutzmaßnahmen bei Rohrbruch reicht eine Sperrung der Leitung nicht aus, da das Giftgas im ca. 10 km langen abgesperrten Bruchbereich noch eine Vielzahl an Toden verursachen kann. 6. Der Gefahrenabwehrplan der Feuerwehr kann nur die Absperrung der Todeszone vorsehen um weitere Opfer zu verhindern. Eine Rettung von CO vergifteten Menschen ist nur in geringer Zahl (6-12) und unter günstigsten Bedingungen und mit hohem personellem und technischem Aufwand möglich. Die Entschädigung der durch Bayer Enteigneten liegt unter 2 €/m², ein wahrhaft fürstlicher Lohn der Angst. Die erst kürzlich geschaffenen Überkapazitäten an CO in Dormagen hätten bei verantwortungsvoller Planung vermieden und direkt in eine Erweiterung der CO-Produktion in Uerdingen fließen können. Die CO-Leitung ist somit überflüssig. Ihre vermeintliche Notwendigkeit ist von Bayer hausgemacht. Die Drohung mit der Keule Sicherheit der “76.000 Arbeitsplätze in der Kunststoffindustrie” ist unbegründet und unverantwortliche Demagogie.

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