NRZ (12.10.07): Büssow von CO-Gegnern umzingelt

DEMONSTRATION. Bei seiner Wanderung durch die Region zwangen Bürger den Regierungspräsidenten zum Pipeline-Gespräch. HILDEN. Als Bürgermeister Günter Scheib bei seiner Ansprache im Biergarten des “Zwölf Apostel” das Thema auf die CO-Pipeline lenkte, sackte Regierungspräsident Jürgen Büssow ein wenig ein. Eigentlich wollte er gestern nur mit rund 60 Gästen durch seinen Bezirk wandern – vom Neandertal bis nach Gräfrath mit Pause an der Waldschenke. Scheib warnte jedoch vorsichtig: “Bitte haben Sie Verständnis, dass die Bürger Angst haben.” Damit spielte er auf die rund 20 Bayer-Gegner an, die bereits vor der Tür warteten. Ihre Ausstattung: Banner, Totenkopf-Anstecker, Modell-Pipeline zum Kaputtschlagen. Büssow war das Thema merklich lästig und erwiderte auf Scheibs Ausführungen nur: “Ich sage jetzt nichts mehr zur CO-Pipeline, das können wir heute Abend diskutieren.” Doch die aufgebrachten Aktivisten vor dem Lokal hatten bereits akuten Gesprächsbedarf. Kaum war der Regierungspräsident aus der Tür, stellte sich ihm eine Menschentraube entgegen und kesselte ihn ein. Eine völlig aufgebrachte Bürgerin verwehrte Büssow mit einem Schild den Ausweg und konfrontierte ihn: “Sie haben mein Lebenswerk zerstört.” Betont sachlich nahm er Stellung zu den Vorwürfen von Gesprächsführer Rolf Schleuning, der selbst nur 30 Meter von der Pipeline entfernt wohnt. Den weiteren Weg sahen die Wanderer Schilder an den Bäumen: “Sie betreten jetzt die Todeszone.” Ein Aktivist zufrieden: “Jeder Nadelstich tut weh.” (dn)

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