Kohlenmonoxid-Pipeline der Bayer AG

Leserbrief von Karl Heinz Töpfer (Monheim an der Pipeline)28.12.2007 Gesundes Rechtsempfinden – ein Auslaufmodell? Was mag nur in den Köpfen unserer Landespolitiker und den Strategen der Bayer AG herumspuken, wenn es um die Verharmlosung der Kohlenmonoxid – Pipeline entlang dicht besiedelter Wohngebiete geht und um das krampfartige Festhalten an falschen Entscheidungen? Der bislang geltende Grundsatz, ” Je gefährlicher das Medium, desto kürzer sein Transportweg”, darf nicht zu Lasten der Bevölkerung und zum Vorteil eines Einzelunter-unternehmens gekippt werden. Leitungen für hochgiftiges Kohlenmonoxid haben daher außerhalb geschlossener industrieller Anlagen im Sinne der einzig wirksamen Risikominimierung nichts zu suchen! Die bekannten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr stellen dagegen nur eine Verhöhnung menschlicher Gefühle dar. Selbst wenn die technische Qualität der Rohrleitung, ihrer Verlegung und ihrer Sicherungssysteme unstrittig wäre: Haupt-Risikofaktor ist und bleibt der Mensch, der diese Anlage einmal betreiben und ihre Systeme überwachen wird. Eine separate Herstellung und Verarbeitung von Kohlenmonoxid direkt an den Bayer – Standorten würde die Versorgungssicherheit – auch ohne deren “Vernetzung” – sowohl flexibler gestalten als auch die Versorgung des Marktes mit Kunststoffen sichern. Es gibt zweifellos alternative Produktionsmöglichkeiten. Nur, die für die Bayer AG billigste Lösung ist für das Land zugleich die gefährlichste – und bei einem Störfall die bitterste und teuerste. Ein vom Volk gewähltes Parlament ist nicht legitimiert, unter dem Deckmantel des Allgemeinwohls die wirtschaftlichen Interessen eines Einzelunternehmens klammheimlich über das Wohl seines Volkes zu stellen. Das jüngst ergangene Urteil des OVG Münster hat gezeigt, dass gesundes Rechtsempfinden in diesem Lande zumindest rudimentär vorhanden ist. Doch die CO-Gefahr ist dadurch noch lange nicht gebannt. Dem gesunden Rechtsempfinden sollte jetzt der gesunde Menschenverstand folgen! Darum sollten Politiker und Vorstände alles in ihrer Macht stehende tun, um die seinerzeit getroffenen Entscheidungen samt der daraus resultierenden Rechtsansprüche zum Bau der CO – Pipeline wieder rückgängig zu machen, um weniger gefahrvollen Alternativen den Vorzug zu geben, damit in diesem Lande endlich der mit dem Regierungswechsel versprochene frische Wind wehen kann und nicht eines Tages vielleicht der Hauch des Todes!

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