Bayer tritt nach

– baute 18 Monate lang falsche Schutzmatten ein und die Bezirksregierung nimmt es nicht wahr? Bayer verteilte kurz vor der Sitzung des Umweltausschusses im NRW Landtag die Dokumentation der Bürgerinitiative und stellte “die Aussagen der Initiativen mit diesem Dokument richtig.” Und auf der Seite 4 versucht Bayer der Initiative Manipulation zu unterstellen mit der Anmerkung: Das Rohr ist – bis auf den Dreck – trocken. Der Dreck wurde offensichtlich nur für das Foto hinein geworfen. Da muss diese Dokumentation doch mächtig getroffen zu haben, dass Bayer so unfair nachtritt. Oder sind solche Manipulationen der normale Bayer-Stil? Pipeline-Baustelle: Was nicht passt wird passend gemacht! In der Sitzung wurde bekannt, dass die Bayer Material Science (BMS) seit 18 Monaten von den Bestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses abweicht, ohne dass es von der Bezirksregierung Düsseldorf als Überwachungsbehörde beanstandet oder unterbunden wurde. Anstelle einer 80 cm breiten Warnmatte wurde auf den bisher fertiggestellten Abschnitten lediglich eine 60 cm breite Warnmatte eingebaut. Obwohl laut Frau Dr. Nienhaus, Hauptdezernentin der Bezirksregierung Düsseldorf, 15 Mitarbeiter der Behörde mit der CO-Pipeline beschäftigt sind, ist offensichtlich keinem die Abweichung aufgefallen. Erst am 1. Oktober 2008 hat BMS einen Änderungsantrag eingereicht, den die Bezirksregierung nun ergebnisoffen prüfen will. In der Sitzung konnten auch andere Widersprüche zwischen rechtlichen Vorschriften und tatsächlicher Bauausführung nicht zufriedenstellend begründet werden. Nur ein Beispiel: Obwohl laut rechtlichem Regelwerk bereits die Sohle des Rohrgrabens so planiert sein muss, dass die Rohre auf der ganzen Länge aufliegen und gebettet sind, beharrten TÜV-Gutachter und Bayer darauf, dass ein nachträgliches Anfüllen der bereits verlegten Rohre ausreiche. Ähnlich war es auch hinsichtlich der Schweißvorschriften und der Lagerung der Rohre unter rostanfälligen Bedingungen und am Ende soll dann die Stressdruckprüfung alles wieder richten und danach soll kein Fehler mehr auftreten. Wer das als Abgeordneter glaubt, wird möglicherweise in der Fraktion selig. Aber seine Wähler überzeugen wird er so nicht.

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