BUND PRESSEinformation 35/09: CDU und FDP wollen Jagdsteuer abschaffen

CDU und FDP wollen Jagdsteuer abschaffen BUND kritisiert Privilegien für Freizeitjäger Düsseldorf, 19.05.2009 – Die von CDU und FDP geplante Abschaffung der Jagdsteuer stößt auf Kritik des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Angesichts der morgigen Sachverständigenanhörung im Umweltausschuss des Landtags forderte der Naturschutzverband die Landesregierung auf, die Bevorzugung der Jagdlobby zu stoppen und die Steuer beizubehalten. “Die Landesregierung will uns weismachen, dass jeder Jäger ein geborener Naturschützer sei”, sagt Horst Meister, Jagdexperte im BUND-Landesvorstand. “Dabei dient die gängige Jagdpraxis häufig eher dem Freizeitvergnügen als ökologischen Zielen. Dies auch noch durch die Abschaffung der Jagdsteuer zu fördern, hieße, den Bock zum Gärtner zu machen.” Derzeit werden jährlich etwa 8,4 Millionen Euro an Jagdsteuer erhoben, die vor allem den Kreisen zugute kommen. Fallen diese Einnahmen weg, so würde nicht nur die Freizeitjagd privilegiert, sondern im Zweifel fehlten auch Mittel für den tatsächlichen Naturschutz vor Ort, befürchtet der BUND. Dass Argument der Landesregierung, die Jägerschaft leiste schon einen vielfältigen Beitrag zum Biotop- und Artenschutz sowie der Umweltbildung, überzeugt die Umweltschützer nicht. In der Begründung zum Entwurf des Gesetzes zur Abschaffung der Jagdsteuer finde sich kein einziger nachprüfbarer Beleg für diese Behauptung. Noch immer aber sei die konventionelle Jagdausübung nicht selten mit Nachteilen für Natur und Umwelt verbunden. Die Verwendung bleihaltiger Munition, die Wildfütterung, Jagdausübung in Naturschutzgebieten und Nationalparken oder der noch immer vorkommende Abschuss seltenen Tierarten wie Wildkatzen seien dafür nur einige Beispiele. “Eine steuerliche Begünstigung der Freizeitjäger, die die Jagd zum eigenen Vergnügen ausüben, ist deshalb im Interesse der Allgemeinheit abzulehnen”, sagt der BUND-Experte Meister.

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