BUND PRESSEinformation 75/09: Dem Patienten Wald geht es weiterhin schlecht

Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2009 BUND: “Dem Patienten Wald geht es weiterhin schlecht” Düsseldorf, 03.11.2009 – Anlässlich der Vorstellung des “Waldzustandsberichts 2009” sieht der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) trotz leichter Erholung bei bestimmten Baumarten keinen Anlass zur Euphorie. “Trotz leichter Verbesserungen geht es dem Patienten Wald weiterhin schlecht. Eine dauerhafte Gesundung ist nicht absehbar. Zum einen werden die Ursachen für das Waldsterben weiterhin nicht konsequent genug angegangen, zum anderen drohen neue Gefahren wie der Klimawandel und falsche Bewirtschaftung”, so das Fazit des BUND-Landesvorsitzenden Paul Kröfges. Sorge bereitet dem BUND vor allem der Buchenbestand, dessen Zustand sich weiter verschlechtert hat. Nur noch ein Viertel der Buchen sind ohne Schadensmerkmale. “Dabei ist schon jetzt klar, dass die Buche zukünftig besonders unter dem Klimawandel leiden wird”, sagt Kröfges. Das werde insbesondere auch den Nationalpark Eifel, der insbesondere zum Erhalt der atlantisch geprägten Buchenwald-Ökosysteme eingerichtet wurde, treffen. Neben dem Übermaß an Fichtenkulturen und der Bodenschädigung durch zunehmenden Maschineneinsatz im Wald seien die zu hohen Stickstoff- und Ammoniakeinträge aus Intensiv-Landwirtschaft, Verkehr und Industrie weiterhin ein Haupthemmnis für ökologisch stabile Waldgesellschaften. Mit Besorgnis verfolgt der BUND auch die Umwandlung von Waldflächen in Kurzumtriebsplantagen zur Energiegewinnung, z.B. auf Kyrill-Flächen im Sauerland. Dabei würden wichtige Waldfunktionen wie der Boden- und der Artenschutz missachtet. Auch der Verkauf von Staatswald trage nicht zur Sicherung und nachhaltigen Bewirtschaftung des heimischen Waldes bei. Gemäß des Waldzustandsberichts 2008 sind lediglich 38 % der heimischen Bäume als gesund einzustufen. Das ist zwar gegenüber dem Vorjahr eine Verbesserung um 7 %, allerdings dürfe aus dieser Momentaufnahme kein dauerhafter Trend abgeleitet werden.

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