PM BUND: Stromlücke ist Stromlüge

Risikotechnologie Kohle / Landesklimaschutzgesetz als Antwort auf Fukushima / Datteln 4 bleibt überflüssig und schädlich Düsseldorf, 30.03.2011 – Angesichts der aktuellen Debatte um die Zukunft der Energieversorgung in NRW fordert der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die rasche Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes. “Fukushima lehrt, dass wir aus den Risikotechnologien zur Energieerzeugung aussteigen müssen”, sagte Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND. “Wer jetzt den Teufel Atom mit dem Beelzebub Kohle austreiben will, hat die Zeichen der Zeit noch immer nicht erkannt. Der Umstieg in Richtung 100% erneuerbare Energien duldet keinen Aufschub. Jetzt gilt es, das Einsparen von Energie, die Effizienzrevolution und den Ausbau erneuerbarer Energien intelligent und konsequent miteinander zu verknüpfen.” Mit dem Landesklimaschutzgesetz würden die für die Energiewende notwendigen Zielvorgaben definiert. Da mehr als ein Drittel aller Treibhausgasemissionen Deutschlands zwischen Rhein und Weser ausgestoßen würden, käme NRW beim Klimaschutz die Schlüsselrolle zu. Die Reduktion des Klimakillers CO2 müsste deshalb hierzulande zwischen 80 und 95 Prozent bis 2050 liegen, wenn das verbindliche Ziel einer maximalen Temperaturerhöhung um 2 Grad eingehalten werden soll. Allein die derzeit in NRW im Bau befindlichen fünf Kohlekraftwerke (Neurath, Walsum, Datteln, Lünen, Hamm) würden, gingen sie an Netz, zu jährlichen CO2-Mehremissionen von 40 Millionen Tonnen führen. Die größten Potenziale zum Atomausstieg und Klimaschutz sieht der BUND bei der Stromeinsparung. 25 Prozent des Stromverbrauchs könnten bis 2021 wirtschaftlich eingespart werden. Der BUND fordert daher ein “Beschleunigungsprogramm Stromeinsparung NRW”. Der jüngst wiederholt vorgetragenen Forderung nach neuen Kohlekraftwerken erteilte der BUND eine klare Absage. “Wir haben Kohlekraftwerke wie den E.On-Klimakiller Datteln 4 vor der Reaktorkatastrophe in Japan nicht gebraucht, und brauchen sie jetzt auch nicht. Ohne Kohle- und Atomstrom gehen die Lichter nicht aus”, sagte BUND-Energieexperte Dirk Jansen. Angesichts der hohen Stromexportrate und genügend großer Reservekapazitäten sei die behauptete Stromlücke nichts weiter als eine Stromlüge. Unflexible Grundlast-Kohlekraftwerke passten zudem nicht in ein zukunftsfähiges Energiesystem. Als Brückentechnologie seien hocheffiziente Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung deshalb das “Mittel der Wahl”. Diese könnten die Lastschwankungen der Erneuerbaren Energien schnell, flexibel und wirtschaftlich ausgleichen. Der BUND kündigte zudem an, sich sachlich begründeten und vernünftig geplanten Infrastruktureinrichtungen wie Stromleitungen und Speichern nicht in den Weg zu stellen. Dabei müssten aber dezentrale Konzepte für den Ausbau Erneuerbarer Energien bevorzugt werden. Notwendig sei ferner ein Netzausbauplan, der sich ausschließlich an den Erfordernissen der Versorgung mit Erneuerbaren Energien orientiert.

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