PM Umweltinstitut: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm

Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm München, 4. Januar 2012: Heute wurden vom Umweltinstitut München e.V. die letzten Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm bei den zuständigen polnischen Behörden eingereicht. An der Aktion des Umweltinstituts haben sich insgesamt 36.000 Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Im Rahmen der von der EU geforderten Strategischen Umweltprüfung (SUP) hatten die deutsche Öffentlichkeit und Behörden bis heute Gelegenheit, Stellungnahmen zu verfassen oder die Musterstellungnahme des Umweltinstitut München e.V. zu unterzeichnen. Die polnische Regierung plant die Einrichtung eines atomaren Energieprogramms mit Uranabbau, AKW´s, ja sogar Wiederaufarbeitung und Schnelle-Brüter-Technik. Bis 2020 soll mindestens ein Atomkraftwerk gebaut werden. Wahrscheinlicher Standort soll eine rund 250 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernte Region an der Ostseeküste in der Nähe von Gdansk sein. “Es ist unglaublich, wie heute die Atomkraft als `Schwungrad für die Wirtschaft´ und `technologischer Sprung in die Zivilisation´ bezeichnet werden kann”, empört sich Christina Hacker, Vorstand im Umweltinstitut München, “als ob es Tschernobyl und Fukushima nie gegeben hätte”. Das polnische Atomprogramm sei wie die Rückkehr in den Wissensstand der 60er Jahre und gehe an der Realität völlig vorbei. “Dabei hätte Polen die Riesenchance, ohne den riskanten, teuren und zeitverschwendenden Umweg über die Atomkraft direkt in eine nachhaltige Energieversorgung einzusteigen”, so Hacker.” Karin Wurzbacher, Physikerin im Umweltinstitut München, erklärt: “Es ist abzusehen, dass bei den infrage kommenden Reaktortypen, die allesamt noch nirgendwo auf der Welt in Betrieb sind, Pannen, Verzögerungen und Kostensteigerungen auftreten werden. Schon jetzt wurden bei den in Bau befindlichen EPR-Reaktoren schwerwiegende Mängel bei den Sicherheitssystemen festgestellt.” Außerdem sei weder für die Versorgung mit Uranbrennstoff noch für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ein schlüssiges Konzept vorgelegt. Zudem lässt uns die unzureichende Prüfung der Alternativen und völlig unrealistische Katastrophenszenarien an der Ernsthaftigkeit der Umweltprüfung für das polnische Atomenergieprogramm zweifeln. “Polen braucht kein Konzept, um den eigenen Bürgern wie auch den Regierungen und der Bevölkerung in den Nachbarländern eine riskante Dinosauriertechnologie zu vermitteln, sondern vielmehr ein ökologisches zukunftsfähiges Energiekonzept”, erklärt Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstitut München. Die polnischen Behörden sollten jetzt die Stellungnahmen ernst nehmen und ihre Pläne überdenken. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder sowie die Umweltminister seien aufgefordert, bei ihren polnischen Amtskollegen gegen den Einstieg in die Atomenergienutzung zu votieren und sich bei der EU für eine Förderung des Ausbaus der regenerativen Energien statt der Atomkraft einzusetzen.

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