Erörterung CO-Pipeline beendet

– der Versuch einer Bewertung der Akteure Drei Gruppen waren vor Ort versammelt: Die Antragstellerin BMS, die Einwender gegen das Projekt und die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde. BMS: In gewohnt selbstherrlicher Art agierte BMS. Dass die Leitung sicher ist und die Maßnahmen noch weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus gehen, wird seit vielen Jahren gebetsmühlenartig wiederholt – auch bei der Erörterung in Essen. Irgendwann werden sie es vielleicht selbst glauben… Vielleicht glauben sie ja heute schon, dass, wie der Pressesprecher verkündet, alle Fragen überzeugend beantwortet wurden. Wie können Fragen überzeugend beantwortet werden, wenn die vorgeschriebene Kampfmittelüberprüfung vor Baubeginn verschlampt wurde, im Rohrbuch manipulierte und unvollständige Einträge zu finden sind oder auch planfestgestellte Mantelrohre fehlen. Aufgefallen ist uns auch die deutliche Anspannung bei BMS. Auch an dem Projektleiter ist die Zeit und der Druck von oben und unten nicht spurlos vorbei gegangen. Manch einem tat er fast schon leid – aber er hätte ja nicht Projektleiter für die CO-Pipeline werden müssen… Bezirksregierung: Erstaunlich offen für die Argumente und Vorträge der Pipeline-Gegner. Oft wurden zusätzlich auch weiter vertiefende Fragen an die Antragstellerin BMS gerichtet. So mancher Vortrag, in dem nicht nur die offengelegten Änderungen angesprochen wurden, wurde geduldet. Die Formulierung von Frau Dr. Nienhaus: “Es kann nicht Ziel von Genehmigungen sein, dass vorher schon gebaut wird.” lies uns aufhorchen. Die wiederholten Hinweise auf eine ergebnisoffene Prüfung geben der Hoffnung Nahrung, dass dies jetzt in die Tat umgesetzt wird. Die Bezirksregierung erscheint unter neuer Leitung offener und weniger auf den Großkonzern ausgerichtet zu sein. Sie wird in Ruhe prüfen, viel Material steht auf dem Prüfstand. Mag BMS auch noch so ungeduldig quengeln. Einwender: Obwohl selbst zur Initiative gehörend, hat uns so mancher Vortrag in Bewunderung versetzt. Erstaunlich! Soviel geballtes Fachwissen bei den Einwendern. Die Einwendungen wurden zum Teil akribisch auf den Punkt gebracht und BMS in Erklärungsnot versetzt. Jede Menge Bilder von Bausünden wurden gezeigt. So manches Bild lies einem den Atem stocken. Mal sehen, wie lange es dauert bis BMS versucht die Bilder als Fälschungen klein zu reden… Natürlich kamen auch die Emotionen nicht zu kurz – immerhin steht bei diesem Projekt für so manchen Einwender das eigene Leben zur Disposition. Das Vorgehen bei einem GAU an der Pipeline wurde bisher noch niemals offiziell bearbeitet. Jetzt sind all die unerträglichen Zustände zu Protokoll gegeben. Warten wir also erst einmal ganz gelassen auf das Protokoll und danach auf die Entscheidung der Bezirksregierung. Sollte unsere Einschätzung der Bezirksregierung voll daneben sein, bleibt als Hoffnungsträger immer noch das OVG in Münster. Der Vollständigkeit halber noch der Hinweis auf hier veröffentlichte Artikel: Erster Tag der Erörterung Vortrag der Notärztin

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